Kapitel 5 - Mit Pinsel & Pistole
Das mit dem Pinsel ist natürlich Quatsch. Aber, mit "Pistole und Pistole" hört sich ja auch doof an.
Zuerst stand Sandstrahlen auf dem Programm.
Dies sah dann theoretisch so aus: 750kg Glasgranulat, 3x Kompressoren mit
Luftleistung 150l, 450l, 600l und Kessel von 25l, 500l, 300l.
2 Wochen in denen ich gependelt bin zwischen Schule, Sandstrahlgerät und Bett.
70h Dauerstaub.
Auch hier sind Fotos wieder knapp. Wer will schon in den Extremlagen seines Lebens am Rande seiner Kräfte vor die Kamera? Sicher viele, ich gehöre aber nicht dazu. Wie gelernt, wird erst der Vorderwagen gestrahlt und grundiert.
Hier ist dem Lackierer, der mir den 2k Epoxy-Primer verkauft hat dann eingefallen, dass da noch Verdünnung reingehört. Da hab ich dann später ein paar Tage länger am Vorderwagen geschliffen. Ich hatte ja vorher noch nie ne Lackierpistole in der Hand gehabt, außer vielleicht mal auf dem Oldtimermarkt. Macht aber richtig Spaß :) Auch wenn Papas alte Sata wohl Ihr besten Tage hinter sich hatte.
Alles auf einmal zu machen war nicht möglich, da sich die ganze Aktion 2 Wochen hinzog und dann der Wagen, wenn ich hinten ankomme, vorne wieder verrostet wäre.
Dann ging es weiter von innen:
Nach innen kommt bekannter Weise außen:
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Und wenn man vorne, innen, außen durch ist, kommt Unten. Und da man über Kopf
schlecht arbeiten kann, wurde der Wagen mal ganz flink auf die Seite gepackt.
Die Beule in der Seitenwand war egal, da kam es nicht drauf an.
Schön. Teerunterbodenschutz everywhere.
Joah, das Thema Sandstrahlen war damit erstmal durch.
Also, blauer Lack und Los. (Natürlich Bavariablau, von Spies&Hecker)
Aber, nicht mehr mit der alten Sata.
Ne alte Steyr hab ich noch im Schrank gefunden :) Fast Neuwertig.
Und irgendwie macht so ein fertiger Unterboden ja auch Stolz :)
Jetzt die letzte Drehung, zurück auf die endgültige Lage, die er hoffentlich
NIE WIEDER verlassen wird :)
Ab in die WAGGERECHTE ! ! !
Für den Vorderwagen habe ich mir dann aber bei Druckluft-Direkt aufm
Oldtimermarkt in Bockhorn noch eine neue Lackierpistole gekauft. 50€ für ne
mittlere Pistole, (200ml) mit 2 Düsensätzen, 0,7 + 1,2.
Beim Vorderwagen lackieren kam mein Vater auf die Idee, schon mal die Frontscheibe grob einzupassen. Das Silikonspray + Lack sich nicht vertragen habe ich aber erst danach gewusst.
Auf zum Innenraum.
(Die Eimer mit altem Strahlmittel stehen drin, damit der Wagen nicht von der Bühne fällt)
Nach dem ich das Armaturenbrett und die hinteren Bleche, Fensterkanten, etc.
super lackiert hatte, hat mein Vater mir dann doch erlaubt, an die Außenflächen
zu gehen, auch wenn das ja eigentlich Profiarbeit sein soll....
Bis ich hier angekommen war, habe ich aber Monate lang an den Sachen gefüllert
und geschliffen. Also, nicht das wer denkt, man kann das mal eben so locker
lackieren wie ich hier schreibe...
Zwischendurch habe ich mich dann mit den Achsen beschäftigt:
Diese passen zwar nicht in das Kapitel, aber, irgendwo müssen Sie ja hin:
Die Blattfedern habe ich geschliffen und lackiert. Anschließend mit neuen Zwischenlagen und Gummis versehen und schon mal eingebaut.
Die Hinterachse wurde komplett gestrahlt, lackiert und mit neuen Simmeringen + Lagern versehen.
Die Vorderachse ebenso.
Bei der Gelegenheit wurden auch gleich Achsen, Stoßdämpfer und Buchsen erneuert. Das Federneinbauen war aber Russisches Roulett. Deshalb durfte mein Vater da nicht mitspielen, der wollte/sollte ne Woche später in den Urlaub.
Naja, weiter im Lackkapitel.
Anbauteile anpassen war noch einfach.
Das Lackieren war auch nicht die Welt.
Das Anpassen hat dann aber meinen Nervenrahmen gesprengt.
Gut das mein Vater dann mit angepackt hat :)
Nach über einem halbem Jahr Lackierarbeiten war es dann soweit.
:)
Und Schluss.
Dann brauchte ich erstmal 1 Woche Pause, da konnte ich echt kein Auto mehr sehen. Das Geradeziehen der hinteren Seitenwände war dann wohl doch zuviel.