Kapitel 2 - Abgewrackt

Wochen vor Weihnachten 2001 kam dann bei mir irgendwie Langeweile auf. Ich wahr 15 Jahre alt, für die Restauration hatten wir 4 Jahre veranschlagt, zum 18 Geburtstag sollte er aber schon fertig sein. Das passte irgendwie nicht zusammen. Über die Weihnachtsfeiertage durfte ich dann schon mal etwas loslegen, so war es versprochen. Hm, und was versprochen ist, wird gehalten.

Am 24.12.2001 war morgens nicht das traditionelle Christbaumaufbauen angesagt, sondern Autoschieben :) (Der dumme Plastikbaum kann ja warten)

Raus, rund, rüber rum und angekommen :)

 

Nun wird interessant.
Mein Opa arbeitete beim örtlichem Chemiewerk und für ihn war der Wagen ein Gebrauchsgegenstand, der so billig wie möglich fahren sollte.
Das er diverse Flickereien in den Schwellerbereichen - man merke sich diesen Satz - mit Glasfasermatten erledigte, war uns bekannt. Wir hatten daher kurz nach 1995 bereits Schweller, Kotflügel und Türen günstig erstanden. Wesentlich mehr Reparaturbleche gibt es für den P1 ja nicht, bzw. gab es auch damals nicht. Also, Innenausstattung raus, damit wir wenn wir den Wagen schweißen nix kaputt machen.

Zur Innenausstattung gehört natürlich auch eine Fußmatte. In diesem Fall war es ein Wohnzimmerteppich. Na dann, prost Mahlzeit.


 

Hier wurden wohl Nägel mit Köpfen gemacht. Die Fußräume wurden gleich mit kompletten Wannen aus Glasfasermatte ausgegossen.
(Man beachte die Schweller)
 

Die Ausstattung hingegen ist in nicht einmal all zu schlechtem Zustand. (Auch hier bitte Merken, links, der Schweller)

Am nächsten Tag ging es dann weiter. Schließlich war ja Weihnachten :)

Am Weihnachtsfest kam dann die Lehre: Autos flickt man nicht mit Glasfasermatten, weil diese sich nicht mit dem Blech verbinden.
Aber: Im Verbund halten Sie ganz gut. Nur ich war stärker. 4h mit Holzspaltkeil und Vorschlaghammer zeigte dann, dass mein Opa besser hätte Löcher reinbohren sollen, statt alles abzudichten. Vom Blech darunter war jedenfalls nicht mehr viel übrig.

Na ja, widmen wir uns den Kotflügeln:

 Erster Einsatz für den Druckluftmeißel. Auch hier war wieder so viel Matte drin das flicken zwecklos war. (Und merkt euch wieder die Schweller)

Warum ich dass mit den Schwellern nu zum 3. mal erwähne?
Hm, weil ich anschließend den Wagen "etwas" angehoben habe, was er aber nicht so gut fand:

Nun sind keine Fotos mehr vorhanden. Ja, ob es daran lag, dass wir vor Schock das Fotografieren vergessen haben oder perverse Bilder schon im Fotolabor aussortiert wurden.

Hier kommt dann nach zahlreichen weiteren Hammerschlägen eine Feststellung:

Bestandsaufnahme überflüssig. Wo nix ist, ist nix aufzunehmen.

Mein Vater: Wo die Schweller sind? Da:

Nein nein, herausgeschnitten wurde da nix, das haben Axt und Vorschlaghammer erledigt. Dort ist kein Blech mehr drinn. Das was der Magnet anzeigte, waren eingelegte Sägeblätter.

Dieses Bild zieht sich rund herum, von hinten rechts, über Mitte, vorne herum, über die Mitte bis hinten Links.

Hier sieht man, wie ich alten Teerunterbodenschutz aus der Radmulde entferne. Zopfbürste und Flex voraus !
Kleben und Stinken tun der Unterbodenschutz sowie die Glasfasermatte aber immer noch.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass meinem Opa die Chemiker auf der Arbeit gesagt haben, er solle Öl in der Unterbodenschutz mischen, damit er lange elastisch bleibt.

Trotzdem war darunter nur Rost, Glasfasermatte oder das pure Nichts.

Damit ist dann auch das "Wir schweißen ein paar neue Schweller" ein genauso wie das "wir schrauben neue Flügel dran" erledigt. Wir konnten ja weder Schweller noch Kotflügel in die Luft hängen.

Dafür gab es die Erkenntnis, dass diese Schweißarbeiten wohl ein paar Nummern zu groß für uns sind.
Nun waren aber schon Teile gekauft und etliche Stunden ins abwracken investiert.

Hilfe ließ Monate auf sich warten.